Röm. kath. Kirchgemeinde

Glarus Süd

ANgeDACHT

In dieser schnelllebigen Zeit, in der uns das mediale Echo ständig mit den "schönsten" Nachrichten konfrontiert, ist es wichtig öfters mal eine Auszeit zu nehmen und etwas zu lesen was der Seele gut.

Einmal im Monat finden Sie unter dieser Rubrik ein paar Gedanken unserer Seelsorger. Gedanken rund um den Glauben und das Leben.

Wenn Sie möchten hinterlassen Sie uns einen Kommentar zu den jeweiligen Artikeln.

Wir wünschen eine gute Besinnung!

Oktober- Joseph Naduvilaparambil

Das neue Gleichnis Jesu

Ein Gläubiger war er. Den Glauben erbte er von seiner Familie. Die Eltern waren praktizierende Katholiken. Sonntagskirche und kirchliche Feste gehörte zum Wochenplan und zur Tradition der Familie. Jetzt ist es nicht mehr so! Seit langer Zeit geht er nicht mehr zur Kirche – viele seine Bekannten und Freunde besuchen auch nicht mehr die Kirche. Man hört vieles über die Kirche – alles Negative. Meldungen über Skandale um den Missbrauch von Kindern und jugendlichen in der Kirche. Medienberichte, wie Kirchenoberen Millionen verschwanden usw.….. Stop! Es ärgert ihn. Er hat die Nase voll! Er will einfach nichts mehr mit der Kirche zu tun haben. Aber doch spürt er das Bedürfnis zum Herrn zu beten. Frustriert und enttäuscht fragt er: «Jesus, du weisst alles und verstehst mich auch wohl. Sag mir: wozu brauche ich die Kirche noch? Ich lebe auch ohne sie und fühle mich als guter Mensch und sogar besserer Christ.»

Zu seiner Überraschung antwortete ihm Jesus – mit dieser Geschichte: “Ein paar Freunde verbrachten die Nacht in den Bergen. Sammelten genug Holz und entzündeten Feuer. Sie sassen eng beieinander und der Feuer-schein erleuchtete ihre Gesichter. Mit der Zeit wurde ihm die Nähe zum Problem. So nahm er ein Scheit und entfernte sich von der Gruppe. Anfangs erfreute er sich am brennenden Holzklotz. Dann wurde das Feuer schwächer -  schlussendlich erlosch es. Dem Einsamen setzten Kälte und Dunkelheit zu. So ging er mit dem verkohlten Rest zur Gruppe zurück und warf ihn ins Feuer. Sofort fing er an zu brennen - dabei erleuchtete sein Gesicht. Er blickte umher, sah um sich lauter strahlende Gesichter. Ihr Lächeln und ihre Grimmassen, die Verbissenheit und auch die Gelassen-heit sowie matte und strahlende Augen - so wie die seinen halt. Nun wurde es ihm warm ums Herz. Er war nicht mehr allein”.

Der Kirchenfrustrierte verstand die Botschaft!

September- Christopher Zintel

Ein Tag mit Tradition- Der eidgenössische Dank- Buss- und Bettag 

Als Kind empfand ich diesen Tag sehr lustig. Ich stellte mir die zahlreichen Menschen in zwei schönen Bildern vor. Die einen fuhren in einer Reisegruppe mit dem Bus zu einem schönen Ausflugsziel und die anderen hatten endlich einmal Zeit zum Ausschlafen und konnten an diesem Tag im Bett bleiben. Ein sehr sinnvoller Tag also!

Meine kindlichen Gedanken erfreuen sich auch heute noch grosser Beliebtheit, wenn zahlreiche Menschen an diesem eidgenössischen Festtag ausschlafen oder verreisen.

Was könnte der „moderne“ Christ sonst noch hinter diesem langen Titel verstehen?

Busse und Gebet: Angefangen von der allseits beliebten Strafe für Falschparken bis hin zu den Büsserbewegungen des Mittelalters. Beim Stichwort „Busse“ gibt es einen grossen Spielraum in unserer Sprache.

Religiös gesehen ist der Mensch ein Wesen, dass sich selbst zwar gerne stets im Stande der Heiligkeit sieht, aber dennoch in seinem Alltag an diesem Ziel oft knapp vorbeischrammt.

Die zahlreichen Möglichkeiten kennt man sicher allzu gut (Falls nicht, fragen sie ruhig mal ihren Kollegen / Partner / Friseur, die sagen ihnen schon was sie alles falsch machen.).

Im Kontext der Busse gibt es dann noch das unbeliebte und inflationär gebrauchte Wort der „Sünde“. Kurz gesagt: Man entfernt sich von sich selbst, von seinen Mitmenschen und von Gott. Busse und Gebet will dann dazu ermutigen sich mit seinen Fehlern und Schattenseiten auseinanderzusetzen und alles wieder ins Reine zu bringen.

Wer jetzt meint dieser „Kram“ ist etwas für Weicheier… Weit gefehlt! Es gehört viel Stärke und Überwindung dazu eigene Fehler einzugestehen, wiedergutzumachen und sich auch noch die Zeit zu nehmen mit Gott darüber ins Gespräch zu kommen.

Genauso wie Liebe aber nicht viel nützt, wenn sie nur theoretisch und in Gedanken gelebt wird, sollte Busse und Gebet einem praktischen Ansatz folgen: Nutzen Sie doch einmal ihre Zeit und auch die Zeit ihrer Seelsorger, um sich mit unserer Gesellschaft, ihrem Glauben und auch mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen.

Geben Sie ihrem spirituellen Leben und auch ihren Mitmenschen eine Chance: Nehmen Sie das Telefon in die Hand und machen Sie den ersten Schritt Richtung Versöhnung mit jemanden der Ihnen einmal wichtig war. Schauen Sie morgens in den Spiegel und sagen Sie sich mit einem Lächeln: „Ich bin gut so wie ich bin“. Nehmen Sie sich vielleicht einmal die Zeit an einem ruhigen Ort zu verweilen und halten Sie dann ein „Meeting“ mit Gott und seiner Welt.

Dank: Nach solchen Taten käme ein weiterer Aspekt dieses Festes zum Tragen. Es darf auch mal DANKE gesagt werden. Bedanken Sie sich für die Dinge, welche in Ihrem Leben gut laufen, sagen Sie Danke für die lustige Begegnung im Supermarkt, sagen Sie Danke für jeden Muskelkater der Ihnen zeigt, dass Sie am leben sind. Im Gegensatz zum beliebten Klagen führt das Danken nämlich zu innerem Glück und zur Zufriedenheit.

Ein Fazit für diesen Tag könnte also lauten: Redet miteinander, vergebt einander und wenn dann der sprichwörtliche Stein vom Herzen fällt… sagt Danke! 

August- Christopher Zintel

Ich war dann auch mal weg.... 

Haben Sie je mit dem Gedanken gespielt alles einmal hinter sich zu lassen und dem Drang nach Aufbruch in ein Unbekanntes Terrain nachzugeben? Auch wenn es nur für 2 Wochen ist? Haben Sie dann aber mindestens 10 Argumente gefunden die Ihren inneren Pionier wieder ausgebremst haben.

Hören Sie nicht auf die Stimmen die Nein zu Ihnen sagen - Wagen sie den Schritt ins Abenteuer! Packen Sie ihren Wanderrucksack und los geht's!

Falls Sie noch nicht wissen wo dieses Abenteuer stattfinden soll, empfehle ich Ihnen den Jakobsweg. Gerne stehe ich Ihnen für Auskünfte parat (immerhin habe ich es als "Couchpotato" auch bis zur Kathedrale geschafft^^).

Sollten Sie aber trotzdem lieber in der schönen Schweiz bleiben wollen, habe ich heute für Sie ein paar Hinweise für einen Wanderrucksack durch das Leben.

Willkommen bei der immateriellen Packempfehlung für den „Lebensrucksack“.

Damit es so richtig Federleicht zugeht und Sie sich nicht ständig schwer wie Blei fühlen müssen, könnten Sie folgendes beachten:

Unser Sammelsurium aus Sinnlosigkeiten, das Ergebnis von kaufen und kaufen ist das Erste was wir auspacken könnten. All die Altlasten, die wir nie benutzen und die trotzdem bei uns bleiben, sollten als Nächstes auf der Strecke bleiben. Sie wissen sicherlich direkt was hier gemeint ist!

Weiter gehts:

Auspacken:

- Die „schmutzige Wäsche“ - die man ständig für die ganze Menschheit wäscht und über die man so gerne redet. Pfui.

- „Schuld(ig)scheine“ – die uns irgendwer, irgendwie, irgendwo und irgendwann einmal untergejubelt hat. Die Dinger endlich einlösen, oder verfallen lassen.

- Den „inneren Schweinehund“- braucht niemand. Einfach mal Machen und dann hoch die Tassen!

Einpacken:

- Das gute alte „Seemannsgarn“- Kreativität, Phantasie, Fröhlichkeit- damit kommt man prima durch das Leben und macht auch noch andere glücklich.

- Den „roten Teppich“- feiern Sie sich selbst, ihre Liebsten und ihre Existenz- und das nicht nur an Festtagen!

- Den „Stein der Weisen“ – damit auch der grösste Weltschmerz zu ertragen ist, reicht oft schon die Besinnung auf das, was Ihnen wirklich wichtig ist. Glaube, Hoffnung und Liebe.

 Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Vergnügen auf sämtlichen Reisen in Ihrem Leben und freue mich über Erfahrungsberichte.

Juli - Josef Naduvilaparambil

Endlich Ferien - die lange gewünschte Erholungszeit! Endlich einmal nicht planen müssen, ruhig mal was vergessen – die ganze Tätigkeit der Arbeit, die Hektik der Schule, den Rhythmus des Alltags, ……... vorbei, Feierabend! Jetzt dürfen wir uns Zeit nehmen, das zu tun wofür wir im Alltag keine Zeit hatten…

Mit der Familie und Freunden zusammensitzen, die Gläser klingen lassen, Geschichten erzählen, lachen über komische Situationen... Lieblingsmusik hören, ins Kino gehen und einen guten Film anschauen, einen Kaffee oder ein Glas Bier beim sonnigen Wetter geniessen…

Es ist die Zeit, um die schönste Seite des Lebens wieder zu entdecken und zu bewundern! Es ist die Zeit sich zu erholen und gute Gedanken einzuholen… Es ist die Zeit sich positiv auf das Leben einzustimmen und das Negative aus dem Leben aufzuräumen. Es ist die Zeit, den Träumen und Gedanken nachzugehen, die aus unserem Herzen kommen…

Allen Pfarreiangehörigen, die während der Sommerpause in ihre verdienten Ferien gehen, wünsche ich von Herzen wunderschöne, erholsame und glückliche Ferientage! Geniesst es und kommt wieder gesund nach Hause. Und allen, die Zuhause oder bei der Arbeit bleiben, wünsche ich Zufriedenheit und Frieden!

Möge euch Gottes Segen erfüllen und begleiten. Ihr Pfarrer Joseph 

Juni -  Christopher Zintel

Gründe einmal nicht gleich aus der Kirche auszutreten

Immer wieder bin ich bei meiner Arbeit mit Menschen "konfrontiert", die es schlicht satt haben in unserem "Verein" mitzumachen und die sich innerlich schon längst von der Kirche verabschiedet haben. Den letzten Stoss zum Austritt liefert vielleicht nur noch die nächste Steuererklärung.

Warum man aus der Kirche austreten sollte hört und liest man in zahlreichen Medien und schon die meisten "Austrittserklärungen" sind lustlos aus dem Internet kopiert....

Aber es lohnt sich auch in der Kirche zu bleiben!

Lesen Sie diesen Beitrag mit einem Augenzwinkern - ich schreib ihn auch so.

1. Potential das genutzt werden könnte

Häufig traut die moderne Gesellschaft dem sog. "Bodenpersonal Gottes" keine Kompetenzen zu. Mehr als beten und vielleicht noch den «Moralapostel» spielen wird von einem Mitarbeiter der Kirche vielerorts auch überhaupt nicht mehr gewünscht. Wenn man dann doch einen Rat braucht, fragt man entweder das Horoskop, den Stammtischstrategen oder macht es gleich mit sich selbst aus. Der kirchliche Mitarbeiter wird hingegen gerne in Anspruch genommen, wenn es darum geht seinem Ärger Luft zu machen, wenn man einen "Sündenbock" sucht oder wenn man "denen von der Kirche" mal gehörig die Meinung geigen will. Schade eigentlich… Dabei hat z.B. ein Theologe ein 5- jähriges Studium absolviert, ist in so ziemlich allen Belangen der Gesellschaft und Kultur gebildet worden und hat nebst Philosophie, Pädagogik und Psychologie sogar oft einiges auf spiritueller Ebene auf dem Kasten. Viele Seelsorger warten nur darauf sich für andere ins Zeug zu legen und gemeinsam einen Weg zu gehen. Immerhin war das bei mir ein Grund diesen "Job" überhaupt zu machen. Dieses Kompetenz - Paket steht mindestens allen Kirchenangehörigen gratis zur Verfügung, es darf ruhig auch mal genutzt werden. Holen Sie sich doch einmal neue Impulse für ihre Gedankenwelt und lassen Sie diese Möglichkeiten nicht ungenutzt verstreichen.

2. Kirche interessiert sich für die Alten in unserer Gesellschaft

Unsere Gesellschaft ist stark auf Jugendlichkeit und Funktionalität ausgelegt. Wer nun aber nicht mehr so aussieht wie es uns die Werbung suggerieren will, wer scheinbar nichts mehr für die Gesellschaft beitragen kann oder schlimmer noch wer ALT ist !!!
(und das ist man heute anscheinend schon ab Mitte 20...) den sollte man getrost "aussortieren". Wir schieben das Thema Alter gerne von uns weg, am besten gleich in die Alterssiedlungen, denn was man nicht mehr sieht, das geht einen auch nichts mehr an. Für die "Time is money"- Gesellschaft mag das gut passen, unangenehm wird es nur für die Menschen die es letztlich betrifft. Gut ist es dann, dass unsere Kirchen so sehr auf Ältere setzen. Oftmals sind Gottesdienste und anderen Veranstaltungen rund um den Kirchturm einer der wenigen gesellschaftlichen Anknüpfungspunkte. Auch hat so manches Ehrenamt in der Kirche schon vor Vereinsamung oder gar Depression bewahrt, da man weiterhin zusammen etwas Sinnvolles auf die Beine stellen kann. Dafür zahle auch ich gerne einen Beitrag.

3. Fachleute in Sachen Tod und Trauer

Das einzig sichere im Leben ist der Tod. Klingt hart, ist aber so. Befassen wir uns damit? Erst wenn es uns betrifft... Welche staatlichen Institutionen kennen sich mit Trauerarbeit aus? Eher die wenigsten. Der Tod ist reine Verwaltungssache der organisiert werden muss. Selbst wenn viele heute nicht mehr an den Himmel glauben und auf Wiedergeburt aus sind, traurig sind wir alle wenn jemand den wir lieben gehen muss oder gegangen ist. Trost in der Trauerphase, vielleicht sogar Hoffnung, kann man in der Kirche finden. Selbst wenn man nicht mehr mit einem Priester reden will, finanzieren unsere Kirchen ein flächendeckendes Netz der Sterbe- und Trauerbegleitung. Das kann so ziemlich jeder irgendwann mal brauchen.

4. Einer für Alle - Alle für Einen

Man kommt unfertig auf die Welt und dann wird man fertig gemacht. Eine Glückskeksweisheit. Der wahre Kern daran ist, dass wir Menschen uns immer wieder alle Mühe geben uns zu trennen, zu separieren und uns einzuteilen. Es gibt die berühmte "Elite", die sogenannte "Mittelschicht" und dann noch diverses "darunter". Man bleibt eben gerne unter sich. Seit dem Mittelalter sind unsere "Stände und Zünfte" wohl doch nicht ausgestorben. Gerade für unsere Heranwachsenden kann Kirche hier als Kontrast recht interessant sein. In der Freizeitgestaltung, bei Lehr- und Lernveranstaltungen wie den Firmkursen, den Ministranten, den Lektoren, den Chören und vielen mehr, ergibt sich die seltene Gelegenheit sich zu begegnen und gemeinsam etwas zu lernen. Passend zum Thema Leistung kann es in unseren Kirchen Orte geben in welchen eben mal nicht darauf geschaut wird was der Einzelne in akribischer Perfektion auf die Reihe bekommt. Man darf einfach mal SEIN. Hier wird nicht nach Bildungsstand, beruflichen Fortkommen oder Kontostand gefragt. Es geht um Gemeinschaft in der man sich gegenseitig hilft, fördert und fordert. Die Botschaft unseres Glaubens wäre nämlich die, dass Gott uns vor jeder Bedingung und Leistung liebt. Solches Gedankengut stellt beinahe eine Rarität in einer Gesellschaft dar, die erwartet, dass überall das richtige Label prangern muss und man stetig versucht ist sich mehr auf den Schein als auf das Sein zu konzentrieren.

5. Chaotisch aber kreativ

 

Warum sollte ich eine Organisation unterstützen, die so chaotisch ist wie es in der Kirche eben manchmal ist? Wollen wir nicht, dass alles sich an Fakten orientiert, dass alles immer nach dem schönen gleichen Muster abläuft und sich nie etwas ändert – Nein! 
Schon Nietzsche hat behauptet, man müsse ein wenig Chaos in sich tragen um noch tanzende Sterne auf die Welt bringen zu können. Selbst Gott hat das Chaos bei der Urflut ja nicht ganz abgeschafft, sondern eben auch nur geordnet! Falls man zulässt, nicht immer nur mit der linken Hirnhälfte an eine Sache heranzugehen, merkt man schnell das Denken ausserhalb der Logik der Beginn von Kreativität und Kunst ist. Beides Elemente die am kreativen Schöpfungsprozess teilhaben lassen können. Beinahe alle Prognosen für die Zukunft besagen, dass Kreativität immer wichtiger werden wird, allerdings drängen wir sie gleichzeitig immer mehr zurück. Alles muss besser, zielgerichteter und schneller laufen. Schon Kinder werden darauf getrimmt, das optimale Maximum aus sich heraus zu holen. Räume für freies Gedankenspiel nehmen ab, Plätze an denen man sich ausprobieren kann und Freude am Neuen verspürt werden weniger. Deshalb ist es gut, wenn es in der Mitte unserer Gesellschaft mit den Kirchen irrationale Akteure gibt, die manchmal eher unlogisch als logisch funktionieren, die vielleicht sogar so verrückt sind, dass sie so manches Ding in ein neues Licht bringen.

 

6. Kritik die etwas bewegt

Ein letzter guter Grund in der Kirche zu bleiben wäre für mich der, dass solange ich dabei bin, man auch auf mich hören muss! Durch einen Austritt verliert die Kirche zwar weniger ihren Einfluss in der Gesellschaft aber sie verliert einen internen Kritiker. Die Kirche, die sich selbst immer wieder erneuern soll und in welcher die «interne Reformation» wichtig ist, braucht Menschen die dabei helfen den Ton anzugeben in welche Richtung man sich eben erneuern sollte. Der sogenannte Zeitgeist hilft hier nicht unbedingt weiter, der ist jeden Tag ein anderer. Solange Leute in der Kirche sind, die noch Ansprüche stellen und etwas erwarten, sollte unsere Kirche auch Rücksicht darauf nehmen. Niemand kann es sich nämlich leisten «gewurstelte Arbeit» abzuliefern, wenn Andere es mitbekommen. Das passiert nur wenn man Dienstmüde geworden ist oder weil man das Gefühl hat, dass alles sowieso den Bach runter geht. Also dabeibleiben, respektvoll die Meinung sagen und wo es gefragt ist, besser gleich noch mit anpacken! Positiver Nebeneffekt: je mehr Menschen in den Kirchen sind und sich äussern, desto «bunter» ist ihr Leben und es wird verhindert, dass allzu radikale Meinungen sich durchsetzen und eine Gemeinschaft entsteht die niemandem mehr Freude bereitet.

Fazit: Kirche ist was wir draus machen! Bringen wir endlich mal wieder Fun ins E-Fun-gelium, damit unsere frohe Botschaft auch wirklich froh macht. 

Mai -  Christopher Zintel

Die Tage vor Christi Himmelfahrt werden liturgisch als „Bitt-Tage“ gestaltet. Es geht in den Andachten und Prozessionen um gedeihliches Wetter für eine gute Ernte. Wir beten, dass Gott seine segnende Hand schützend über Wald und Flur halte, damit die Bauern im Herbst die Früchte ihrer Arbeit ernten können. 

Immer wieder ermutigt uns die Heilige Schrift zum Bittgebet:

 „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

„Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“ 

Die Heilige Schrift lehrt uns aber nicht nur unsere Wünsche zu sagen, (immerhin ist Gott kein Flaschengeist der uns 3 Wünsche gewährt) wir lernen richtig zu beten, wenn es uns nicht nur  um uns selbst geht, sondern wenn wir auch für andere beten und unseren Willen mit dem Gottes in Einklang bringen.

Wenn wir so bitten und beten, sei ein guter Ratschlag es einmal nach dem Verheissungs- ABC zu versuchen. 

A: Alles von Gott erbitten, B: Bewusst glauben, C: Christus im Voraus danken. 

April - Christopher Zintel

Der Freudenkönig

1. 
Wer quält sich so früh durch Tag und Wind,
es ist der „Chrampfer“, das grosse Kind.
Er hält den Kaffee wohl im Arm,
er trinkt ihn sicher, er ist noch warm.

2.
Seriös er durch den Tag dann läuft,
damit sich nicht die Arbeit häuft.
Er darf nicht grinsen und auch nicht lachen,
er muss Knete und Moneten machen.

3.
Lieber Mensch, was birgst du ernst dein Gesicht?Siehst du die Leichtigkeit im Leben denn nicht?Den Frohsinn mit Schelle und lustigem Streich?Mein Lieber erzähl mir doch kein Seich!

4.
Lieber Mensch komm geh mit mir,
gar friedliches Treiben, das biet ich dir!
Auch du musst mal Pause machen,
erfreu dich an den kleinen Sachen!

5.
Ernst des Lebens hörest du nicht,
was die Freude mir da leise verspricht?
Sei streng, bleib streng, spricht dann der Boss,
du arbeitest noch in meinem Tross!

6.
Willst, müder Mensch du mit mir gehn?
Die Zufriedenheit will bei dir stehn!
Das Glück will bei dir zu Hause sein
und bieten Fröhlichkeit in deinem Heim.

7.
Pensum oh Pensum warum gehst du nicht fort,
jeden Tag ackern, dass gleicht doch schon Mord!
Nicht mehr sehen was wirklich zählt,
hast ich vielleicht das Falsche gewählt?

8.
Du brauchst Humor, sonst wird's Herz ganz kalt,
und bist du nicht hörig, dann wirst du nicht alt!
Freude oh Freude ich geb dir jetzt recht,
denn ohne dich, wird's täglich nur schlecht.

9.
Dem Ernst dem graut's, er schimpft geschwind.
Sieht den „Chrampfer“ als fröhliches Kind.
Möcht dem Müden geben noch eine Last.
Doch der denkt sich, ich bin auf Erden ein Gast.

10.
Will mein Leben jetzt anders verbringen,
mein Herz soll vor Freude nun singen.
Dann kann am Ende ich ehrlich sagen,
ich brauch über mein Dasein nicht zu klagen. 

 


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